Kundgebung zum „Gedenktag aller Opfer des Nationalsozialismus“ und zum „Tag der Machtübernahme“

Nachbericht zum Antifascist Action Day

Am Donnerstag den 16.1. haben wir eine Demonstration durch die Ingolstädter Innenstadt organisiert, um gemeinsam die Antifaschistische Aktion hochleben zu lassen. Wir haben den 16.1. als Antifa Aktionstag gebührend gefeiert und wurden dabei von Antifas aus Eichstätt, Nürnberg, Straubing und München unterstützt. Aus Erlangen wurde uns ein Redebeitrag zugeschickt, die Genossin*en waren dort gegen eine AfD-Veranstaltung aktiv.

In mehreren Redebeiträgen von uns, der Linksjugend Ingolstadt, dem OFT Ingolstadt, dem OAT Erlangen, dem Solidarischen Aufbruch Straubing, dem OAT Eichstätt und der Antifa Aktionskneipe Nürnberg wurde ausführlich auf verschiedene Facetten antifaschistischer Arbeit und Organisierung eingegangen.

Danke an alle, die mit uns auf der Straße waren und Danke Antifa!

Rede des OFT am Antifascist Action Day

Wir sind das Offene Feministische Treffen Ingolstadt, bestehend aus einer Gruppe von FINTA*, die sich organisiert haben, um gegen die Unterdrückung des Patriarchats und Alltagssexismus vorzugehen. FINTA* steht für Frauen, Inter, Nichtbinäre, Trans- und Agender Personen. Antifaschismus und Feminismus gehen Hand in Hand, deshalb sind auch wir heute hier!

Die faschistische Ideologie ist durchzogen von einer antifeministischen Denkweise: Der Mann wird der Frau übergeordnet, um Macht zu vermitteln und Realitäten außerhalb der faschistischen Denkweise seien falsch. Der Faschismus idealisiert den reproduktiven Effekt von Familien ideologisch. Heteronormativ betrachtet sollen Frauen als Mütter, als Hausfrauen, als Gebärmaschinen herhalten. FLINTA* und queere Menschen, die nicht in dieses Bild passen, werden ausgegrenzt, als minderwertig betrachtet und kriminalisiert. Der Faschismus strebt nach der Kontrolle über die Körper von FLINTA*-Personen. Eine Antiabtreibungshaltung und sexualisierte Gewalt sind typisch. Das Verlangen nach einer patriarchalen Machtstruktur ist deutlich.

Zu einem modernen intersektionalen Antifaschismus gehört der Feminismus also genauso unmittelbar dazu, wie beispielsweise der Kampf gegen Rassismus und Klassismus. In der antifaschistischen Geschichte kritisierten FLINTA*-Personen, dass Themen wie Patriachat und geschlechterspezifische Gewalt etc. kaum Beachtung im Kampf gegen Rechts fanden. Aus dieser Kritik heraus bildeten sich gegen Ende der 80er Jahre die ersten explizit feministischen Antifa-Gruppen. Sie bildeten antifaschistische Gruppen, die für intersektionale Perspektiven kämpften. Seitdem wurde viel erreicht: Bildungsarbeit wurde verrichtet, feministische Perspektiven gefördert und Sexismus thematisiert – auch in den eigenen Reihen. Doch nicht zu vergessen bleibt: Das Ziel ist eine gemeinsame, solidarische, politische Praxis!

Daher kämpfen wir zusammen mit dem Offenen Antifaschistischen Treffen gegen Faschismus, für eine gerechtere und inklusivere Gesellschaft!

Rede des OAT am Antifascist Action Day

„Wer gegen Nazis kämpft, kann sich auf den Staat nicht verlassen“. Dieses Zitat der Holocaust Überlebenden Esther Bejarano bestätigt sich leider immer wieder. Wenn jetzt Antifas mit mehreren Jahren Haft in Ungarn bedroht sind und der deutsche Staat gezeigt hat, dass diese ohne Rücksicht auf die desolaten Haftbedingungen und die zweifelhafte Rechtsstaatlichkeit ausgeliefert wurden. Wenn jetzt  fast alle Parteien im Bundestag in den Abschiebungs- und Abschottungschor einstimmen, ist es nicht Zeit für weniger sondern ganz eindeutig für mehr Antifa!

Was sich auch immer wieder bestätigt ist  dieses Zitat vom Philosophen Max Horkheimer von 1939: „Wer aber vom Kapitalismus nicht reden will, sollte auch vom Faschismus schweigen“ Also reden wir vom Kapitalismus: Mehrfache Krisen verschärfen die bestehende soziale und wirtschaftliche Unsicherheit. Eine goldene Zukunft haben viele in meiner Generation abgeschrieben. Es ist die Realität, dass wir in Summe nicht den Wohlstand unserer Elterngeneration erwirtschaften können oder wenigstens halten werden. Sogar in den Branchen mit den besten Tarifverträgen reicht es oft kaum aus, die Inflation auszugleichen. Die Unsicherheit wächst und da haben wieder rechte angebliche „Krisenlösungen“ Konjunktur. Die Ampel steht wie die Regierungen vor ihr vor dem selben Problem: Diese Krisen sind zentraler Teil des Kapitalismus  und sie verschärfen sich von außen immer mehr nach innen in die kapitalistischen Zentren. So kann die jeweilige Regierung nur versuchen, die Folgen abzufangen, was immer wieder dazu führt, dass Banken und Konzerne auf Kosten der Bevölkerung saniert werden. Nur die Folgen versuchen abzufangen, weil die Wurzel des Problems der Kapitalismus ist und dieses undemokratische Wirtschaftssystem die Grundlage unseres demokratischen Systems ist. Diese Bestie lässt sich nicht bändigen, diese Bestie frisst ihren Bändiger und führt so alle Herrschenden nach und nach zur Schlachtbank. Die schieben natürlich im Überlebensdrang regelmäßig die Bevölkerung vor sich her. Den von dieser Ungerechtigkeit abgestoßenen  und völlig zu Recht Empörtenen halten die Faschisten die geöffnete Hand entgegen.

Unsre Antwort ist die Faust ! Unsere Faust den Faschisten, die von den Krisen profitieren wollen, die das Elend liebenn die den Kapitalismus und seine Ungleichheit vergöttern. Der Faschismus war schon historisch immer eine Maßnahme gegen Bewegungen, die den Kapitalismus in Frage stellen. Streiks, eine organisiert Arbeiterbewegung, das waren immer die ersten Ziele faschistischer Angriffe. Die ersten, die in Italien von den ersten Faschisten angegriffen wurden, waren Gewerkschaftler, die ersten  Aufmärsche von Faschisten fanden ganz gezielt in Vierteln statt, wo die Arbeitbewegung stark war. Wo auch immer das herrschende System in Frage gestellt wurde, standen Faschisten, das Gewehr bei Fuß, bereit es zu verteidigen.

Auch aus diesem Grund kuschelt dieser und andere Staaten gerne mit Faschisten, weil diese die herrschende Ordnung nicht nur verteidigen wollen, sondern diese Ordnung zur totalen Ordnung, zur völligen Kontrolle aller Lebensbereiche ausbauen wollen. Deswegen den Faschisten nur unsere Faust. Und unsere offene Hand allen, die sich für eine solidarische Zukunft einsetzen wollen, in der der Markt dem Menschen gehorcht und nicht der Mensch dem Markt. Wir wollen und wir können uns nicht auf diesen Staat und diese Regierung verlassen! Wir sind der Ansicht, dass ihre angeblichen Lösungen oft Teil des Problems sind und wir nur eine Chance haben, wenn wir solidarisch auf Augenhöhe und abseits von Staat und Kapital zusammenarbeiten.

Die Antifaschistische Aktion aufbauen!

Den antifaschistischen Widerstand organisieren – auf allen Ebenen mit allen Mitteln!

Klimastreik

Freitag, den 14.02., zwei Wochen vor der Bundestagswahl, gehen wir deutschlandweit auf die Straße! 📣

In Ingolstadt starten wir:
🕑 16:00 Uhr
📍 Schlifflmarkt

Warum?
Die Klimakrise spitzt sich zu, doch sie verliert immer mehr an Aufmerksamkeit im öffentlichen Diskurs. Das dürfen wir nicht hinnehmen!

Jedes Jahr zählt: Wir müssen jetzt für die Einhaltung der Klimaziele kämpfen. Denn mit jedem weiteren Jahr ohne konsequentes Handeln wird die Lage bedrohlicher.
✊🏽 Aufgeben ist keine Option!
Gerade jetzt, in dieser entscheidenden politischen Phase, fordern wir von den Parteien echten Klimaschutz. Wir erinnern alle Wähler*innen daran, wie wichtig es ist, die Klimakrise bei der Wahl im Blick zu behalten.

Markiert den 14.02. im Kalender und bringt Freund*innen mit – aus Liebe zum Leben!

Antifaschistische Aktion organisieren! Vortrag – Austausch – Barabend

Was ist die Antifaschistische Aktion, was ist ihre Geschichte und wie kann Antifapraxis ganz konkret heute aussehen ?
Am Samstag den 18.1. laden wir, das offene Antifaschistische Treffen Ingolstadt, euch ins Solidarische Zentrum Azad Şergeş ein.
Es wird einen interaktiven Vortrag geben zur Geschichte der Antifaschistischen Aktion um einen Überblick zu bieten in welchem historischen Kontext diese Bewegung entstanden ist.
Anschließend wollen wir mit einem Input zum alljährlichen politischen Montag auf dem Gillamoos und das dortige Schaulaufen rechter Parteien eine Perspektive für gemeinsame mögliche Aktionen öffnen, um eine Antifaschistische Aktion an einem konkreten Beispiel zu besprechen.
Im Anschluss an den Vortrag und den Input wollen wir den Abend gemeinsam mit Musik und Getränken ausklingen lassen.
Das Zentrum ist ab 17uhr geöffnet, ab 18Uhr beginnt der Vortrag.

Die Antifaschistische Aktion organisieren!

Weihnachtsaktion der Initiative Soziale Frage

Heute haben wir an einer Autobahnraststätte in der Nähe von Ingolstadt rund 80 kleine Pakete mit Suppe, Kaffee, Kuchen und Tee an Fernfahrer*innen übergeben. Wegen des Feiertags-Fahrverbots sind auf vielen Rasthöfen über Weihnachten die Kolleg*innen alleine und freuen sich über ein kleines Zeichen der Solidarität. Mit im Paket war eine Grußkarte, die wir auf mehrere Sprachen übersetzt haben.

Dankeschön an dieser Stelle an die Übersetzer*innen!

Am 16.1. gemeinsam auf die Straße!

Die Antifaschistische Aktion organisieren!

Mit jeder Wahl scheinen rechte Parteien immer mehr Zustimmung zu bekommen. Und besonders die Proteste gegen die CSD-Veranstaltungen haben gezeigt, dass faschistische Banden wieder mit zunehmendem Selbstbewusstsein auftreten. Nicht erst in den letzten Monaten, aber jetzt besonders zeigt sich auch mit welcher Härte Repressionsbehörden bereit sind, gegen den militanten Antifaschismus vorzugehen.

Zwischen Angst vor dem wirtschaftlichen Abstieg und Hetze gegen Geflohenen und Migrant*innen fällt es zunehmend schwer im Alltag Positionen einer antifaschistischen, antikapitalistischen und feministischen Bewegung deutlich zu machen. In Schulen, Betrieben und Viertel fehlt in großen Teilen oft jedes Anzeichen einer oppositionellen Bewegung, die sich gegen den Rassismus auf der Straße, in Ämtern und Parlamenten stellt und die Perspektive einer Welt ohne Kapitalismus und Ausbeutung sichtbar macht.

Wir wollen dieser Entwicklung etwas entgegensetzen und deutlich machen: Es gibt eine oppositionelle Bewegung auf antifaschistischer, feministischer und antikapitalistischer Grundlage. Es gibt eine Möglichkeit, den handfesten Widerstand gegen faschistische Banden zu organisieren!

Unsere Solidarität gilt allen, die sich den Faschisten in den Weg stellen!

Die Antifaschistische Aktion organisieren!

Kommt zu unserer Demonstration am 16.1. nach Ingolstadt!

Rede des OAT bei der Demo gegen Polizeigewalt am 13.12. in Regensburg

Überall Polizei nirgendwo Gerechtigkeit

Wie wir in den Statistiken dieses Jahres sehen, hat, die Polizeigewalt in Deutschland wieder einmal zugenommen. Bis zum 23.November hat die Polizei hierzulande bereits 19 Menschen im Zuge von Einsätzen ermordet. Dies ist nur ein kleines, aber extremes Beispiel für das enorme Gewaltmonopol der Institution „Polizei“.

Die Polizei kann tun und lassen, was sie will, denn es werden in Deutschland nur rund 2% der angezeigten Fälle von Polizeigewalt vor Gericht gebracht. Das ist erschreckend. Dazu kommt: Betroffene trauen sich oft gar nicht erst Fälle von Polizeigewalt zur Anzeige zu bringen. Denn sie werden meist heruntergespielt oder sogar vertuscht. Denn wer sitzt am Schalter, an dem man die Anzeige macht? Richtig, ein anderer Polizist!!

Der Spruch „dein Freund und Helfer“, der Kindern schon von klein auf eingetrichtert wird, wirkt in dem Bezug recht paradox. Denn in der Realität ist es eben nicht der lässige Eberhofer, mit dem man zu tun hat, wenn es brennt. Stattdessen ist die Polizei ein Instrument in einem System, das auf Unterdrückung und Ungleichheit basiert und dabei den Status quo aufrechterhält.

Das mussten wir schon oft genug am eigenen Leib erfahren: Egal ob wir uns wie auf dem CSD in Landshut gegen Neonazis verteidigt haben oder in Essen gegen eine gesichert rechtsextreme Partei demonstriert haben. Es war immer die Polizei, die sich uns ohne Rücksicht auf Verluste in den Weg gestellt hat. Insbesondere in Essen richteten sich die Maßnahmen nicht nur gegen uns, sondern auch gegen unbeteiligten Passanten*innen. Passant*innen, die sich in der Bahnhofshalle aufhielten und von unserem „Freund und Helfer“ mit Pfefferspray und Schlagstöcken empfangen wurden.

Doch nicht nur auf öffentlichen Veranstaltungen wie Demos wird diese Repression deutlich, oftmals zeigt sich Polizeigewalt sogar in den eigenen vier Wänden. So erging es beispielsweise den Genoss*innen aus München und Ingolstadt, die früh morgens von den ach so netten Menschen in Uniform aus dem Schlaf gerissen wurden. Dabei stürmten vermummte Bundespolizist*innen in das „sichere“ Zuhause, Haustüren gingen zu Bruch und einige private Gegenstände wurden beschlagnahmt. Darunter eine gemeingefährliche Playstation. Und wofür? Sicherheit? Nein.

Dies ist ein Beispiel unter vielen, das zeigt, dass unser „Freund und Helfer“ klar auf einer Seite steht, die nicht unsere ist. Und, dass man sich nicht auf die Polizei verlassen kann, wenn es darum geht, insbesondere die Schwächsten in unserer Gesellschaft zu schützen.

Darum heißt es wie eh und je: antifaschistischer Widerstand bleibt notwenig!